Persönliche Empfehlung Album

Reihum gibt eine/r der JurorInnen in dieser Rubrik ihre/seine persönliche Empfehlung für ein Album ab und begründet diese schriftlich.

JUNI 2024  Hans Jacobshagen, Köln

Köster/Hocker - Stabil nervös - live an der Mosel

Ende August/Anfang September gab es alljährlich für Gerd Köster und Frank Hocker einen Termin live an der Mosel. Auf dem Weingut Stein in Alf, wo es nicht nur ein begeistertes Publikum gibt, sondern auch exzellente Weine, ist mit den Auftritten von Köster/Hocker eine Tradition entstanden, die nun ein tragisches Ende gefunden hat. Denn Frank Hocker ist im letzten Herbst plötzlich und unerwartet verstorben. Stabil nervös heißt das Doppelalbum, das hier aufgenommen wurde und noch einmal das aktuelle Repertoire der beiden dokumentiert. Gemeinsam mit ihren Musikern demonstrieren sie, dass sie „Alles im Griff“ haben, und da mag an diesem besonderen Ort auch „Et letzte Drüvje“ (Das letzte Träubchen) seinen Beitrag geleistet haben. Sie waren eben nicht nur in “En Kölle dä King“.

Köster/Hocker spielten Anfang der 80er Jahre gemeinsam bei der Deutschrockband „Schroeder Roadshow“, die durch ihre politischen Texte auffiel. Als später Köster sein Soloprojekt „The Piano has been drinking“ startete, war auch Hocker wieder dabei. Dieser bei Tom Waits entliehene Bandname war eine programmatische Entscheidung. Denn die neuen Songs waren brillante deutschsprachige Adaptionen von Tom Waits-Songs, die neben eigenen Titeln, teilweise aus der Schroeder-Zeit, interpretiert wurden. 1993 trennte sich die Band, Köster und Hocker machten als Duo weiter. Und das bis zu Franks Tod im Herbst letzten Jahres. Gemeinsam mit befreundeten Musikern entstand ihr letztes Album „Stabil nervös“, das ich hier empfehle. Es ist ein Rückblick auf „Fümunzwanzisch Johr“ und mehr geworden. Niemand wusste bei der Produktion, dass dieser final werden würde. Köster und Hocker haben die Stückauswahl  noch gemeinsam gemacht. Bald danach wurde es für Frank leider wahr: Du kannst „Nix metnemme“. Das Album ist eine stimmungsvolle, mehr als hörenswerte Auswahl ihrer Lieder geworden, ein Vermächtnis Frank Hockers. Aber wir wissen, dass Gerd Köster auch ohne seinen Freund, den er liebevoll „My brother from another Mother“ nennt, alleine mit seinen Musikerfreunden weitermachen wird. Und dass ihre Lieder weiter leben, hätte sich auch Frank Hocker gewünscht.


Weitere Informationen: https://www.gerd-koester.de/

MAI 2024  Uwe Thorstensen, Halle/Saale

AndraeBahlmannHarjes - Grenzgänger-Sessions

Das im Januar 2024  erschienene Album Grenzgänger-Sessions ist Fritz Levy und Oswald Andrea, zwei „Grenzgängern“ aus Jever aber auch anderen Menschen aus Friesland gewidmet. In den Songs auf der CD geht es um Flucht, Verfolgung, Vertreibung und Wiederkehr und um Widerstände bei der Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit.

Fritz Levy kehrte als „letzter Jude von Jever“ in seine Stadt zurück und wurde zum Mahner einer gern vergessenen Geschichte. Oswald Andrae war ein niederdeutscher Lyriker, Erzähler und Dramatiker, der sich mit den Lebensumständen der Alltagsmenschen auseinandersetzte und gegen Entrechtung und Unterdrückung auftrat.

Wenn man bedenkt, dass die Aufarbeitung unrühmlicher deutscher Geschichte in der Vergangenheit vieler Orts ein Problem war, so lässt sich an Hand der Texte durchaus der Bezug zu jüngeren Ereignissen herstellen. Der Titel „Wenn keiner hier ein Nazi war“ entstand nach einem Text von Levy, in dem die Situation der Heimkehrer nach Kriegsende geschildert wird. Keiner wollte plötzlich an dem Vergangen Schuld haben. Irgendwie wurde ich aber auch an die Nachwendezeit nach 1989 erinnert.

Der Text zu „Ossietzky“ wurde von Oswald Andrae geschrieben und ist dem Publizisten, Nobelpreisträger und Antifaschisten Carl von Ossietzky gewidmet, der von den Nazis am 04. Mai 1938 im KZ Esterwegen ermordet worden ist. Das Stück selbst ist in niederdeutscher Sprache oder Friesisch verfasst worden. Dazu gibt es auch eine englische Version, die auf dem Album „A Different kind of love song“ von Dick Gaughan gesungen wird.

Die CD besticht nicht nur durch die ausdrucksstarken Texte, sondern auch durch die Vielfältigkeit der Musik. Es sind Elemente des Rhythm & Blues, des Folk und Rock enthalten. „Wo ist Fritz“ hat mich ein bisschen an den Rolling Stones Song „Sympathy fort he Devil“ erinnert.

Hinter der Band verbergen sich Iko Andrae. Eckard Harjes (beide in Jever aufgewachsen) und Andreas Bahlmann. Die CD enthält ein Booklet in denen man die Texte auch noch einmal selbst nachlesen kann. Vorgelegt wurde ein wirklich hörenswertes Album, weshalb ich es sehr gern weiterempfehlen möchte.


Weitere Informationen: www.andrae-bahlmann-harjes.de

APR 2024  Michael Laages, Hannover

Bernies Autobahn Band - Schöne Grüße

Vor allem ist diese Doppel-CD eine Erinnerung: an den Musiker Bernhard Joseph Conrads aus Aachen, geboren im Oktober 1950, gestorben 71 Jahre später, im November 2021. Da beherrschte noch die Corona-Pandemie die Musik-Szene, aber ein Projekt wie „Schöne Grüße“ war organisierbar; Produzent Rolf Limbach (auf dessen kleinem Label „conträr“ schon eine Menge historischer Kostbarkeiten erschienen, von Wolfgang Neuss bis Dieter Süverkrüp) hat es in Angriff genommen; und Conrads selbst hat noch die Auswahl der Titel vorgenommen.

All das ist historisches Material, veröffentlicht zwischen 1976 und 1988 und auf den sieben LP’s, die entstanden sind in der aktiven Zeit von „Bernies Autobahn Band“. „Sind wir noch zu retten“ war der Untertitel zur allerersten, erschienen 1977 – und der Titel lässt von heute aus betrachtet ahnen, dass dieser Bernie eine Art Visionär gewesen sein muss.

Zwanzig Titel auf der ersten, 21 auf der zweiten CD, dazu Erinnerungen an Bernie Conrads von Freunden und Zeitgenossen, Kollegen wie Wolfgang Niedecken und Musikern wie Stefan Stoppok, die Partner von Conrads waren und sozusagen sein geistiges Erbe in die Gegenwart herübertragen; Stoppok speziell hatte in der Zeitschrift „Folker“ den Nachruf auf Conrads geschrieben Ende 2021. Das Booklet der Veröffentlichung jetzt zitiert auch ihn, er war dem Vorbild offenbar näher als jeder sonst. Aber auch der Zeitgenosse Danger Dan beschwört aktuell das politische und musikalische Erbe von „Bernies Autobahn Band“; und die Kollegen aus dem „Pankraz“-Ensemble, mit denen Conrads in späteren Jahren noch einmal aktiv war, schließen sich an.

Das ist das eine: die Erinnerung an jemanden, den kaum noch jemand kennt; und der einen Weg genommen hat, der heute nicht mehr ganz so leicht vorstellbar ist – vom Konzert auf der Straße, auf Plätzen, bei Festen und Demonstrationen (Conrads ist Teil der frühen Friedensbewegung), auf die Club- und Festival-Bühnen der Zeit. Schon der Name erinnert immer daran, wie viel Zeit vor knapp einem halben Jahrhundert zugebracht wurde im vollgepackten Kadett-Combi auf weiten Wegen von Konzert-Ort zu Konzert-Ort. Das andere (und deutlich wichtiger für sie Szene heute!) ist die ganz und gar erstaunliche und in vielen der Titel enorm frische Kraft der Musik, die damals und auf diesem Weg in die Welt kam mit „Bernies Autobahn Band“.

Conrads schrieb kleine schnelle Kommentare zu den drängenden, brennenden Fragen der Epoche (von denen ja viele bis heute nie seriös beantwortet werden konnten), emotional und politisch extrem genau sind Themen und Temperamente fokussiert – allein das macht die Erinnerung an Conrads wichtig. Einer wie Stoppok rühmt darüber hinaus ein spezielles handwerkliches Phänomen der Liedermacherei Marke Conrads: die forcierte Musikalität der Texte. Die Autorenschaft von Wort und Ton sei bei kaum jemandem sonst derart bruchlos und selbstverständlich ineinander übergegangen.

Lernen wir ihn also kennen, ganz neu und nochmal ganz von vorn – den Sänger, Musiker und Poeten Bernie Conrads, der uns und der Liederkunst im deutschsprachigen Raum nichts weniger hinterlassen hat als einen großen musikalischen Schatz.


Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernies_Autobahn_Band

MÄRZ 2024  Michael Lohse, Köln

Lukas Meister - Schneeflocken im Sommer

Auf den Winter schimpfen kann jeder. Wie wär’s mal mit etwas Humor? Lukas Meister versetzt sich in die Lage von zwei verliebten Schneeflocken. Und aus deren Sicht sieht die Welt gleich komplett anders aus: „Wer wird denn gleich an den Frühling denken, lass uns kalte Liebe schenken, so lang es schneit.“ Denn wehe, wenn die Temperaturen steigen – dann sind die Schneeflocken verloren…

Das neue Album von Lukas Meister ist die beste Medizin gegen den Winterblues. Der Wahl-Berliner, der ursprünglich aus der Gegend von Freiburg stammt, verzaubert darauf mit seiner ganz eigenen Mischung aus Leichtigkeit und Nachdenklichkeit. Aus einem schrägen Einfall macht er wie in „Schneeflocken“ eine Parabel auf die Vergänglichkeit voller Witz und Poesie.  

Es bleibt nicht das einzige Liebeslied mit jahreszeitlichem Bezug. Die wunderschöne Ballade „Cecilia“ variiert das Thema Frühling so: „Komm ich schreib dir, oh Cecilia, einen Song über’n Sonnenaufgang und dann gehen wir über’n Ku’damm und verkünden den Frühlingsanfang.“

Lukas Meister hat auf seinem fünften Album endgültig zu seinem unverwechselbaren Ton gefunden: mit tollen Melodien, einem sinnlichen Klang und Texten, deren literarische Qualität weit aus dem Gros des Genres herausragt. Der Sänger, Gitarrist und Pianist hat diesmal alles selbst aufgenommen, ob Gesang oder Instrumentalspuren. Vielleicht deshalb wirkt das Ergebnis so einheitlich, obwohl die Lieder so vielfältig sind.

Die Palette reicht von parabelartigen Songs wie den erwähnten „Schneeflocken“ oder „Aus dem Leben eines Steins“ über persönliche Botschaften an seine Kinder („Flügel“) bis zu großartigem Nonsens wie „Keine Vampire in Angermünde“, wo Meister sich als Geschichtenerzähler mit trockenem Humor erweist.

Sein bewusster Umgang mit Sprache zeigt sich auch in „Fragen über Fragen“, einem Song, der voller Wortwitz die Sprache selbst zum Thema macht und dabei auch gesellschaftspolitische Spitzen enthält: „Warum gibt man sich blumige Namen wie Alternative und Christen-Union, wenn jeder nur wieder an sich denkt, also komisch find ich das schon.“

Dabei bleibt Meister wohltuend unprätentiös. Er gehört zum Glück nicht zu den Liedermachern, die mit moralisierender Weltuntergangsstimmung ermüden.

Dass er sich in seiner Poetenwerkstatt hin und wieder auch mal im Metaphern-Dschungel verirrt und arg Kryptisches vom Stapel lässt wie „Das Schiff aus schwarzer Seide“ – geschenkt. Meister sprüht eben nur so vor Ideen und sein Album wird keine Sekunde langweilig.

Das gilt - der eher minimalistischen Besetzung zum Trotz auch für die Musik. Meister ist – nomen est omen – nicht nur ein Virtuose des Fingerpicking, sondern weiß auch mit treffsicheren Arrangements für Klavier oder E-Piano Atmosphäre zu erzeugen. Der warme intime Sound liegt irgendwo zwischen Simon & Garfunkel und neuem französischen Chanson. Wobei die Texte mit ihren lakonischen Pointen zuweilen an Joachim Ringelnatz erinnern.

Der Musik von Lukas Meister wäre größere Resonanz zu wünschen. Diese Kombination aus heiter, tiefgründig und romantisch soll ihm erstmal jemand nachmachen – ein Genuss zu jeder Jahreszeit.


Weitere Informationen: https://lukasmeister.tumblr.com/

FEB 2024  Hans Jacobshagen, Köln

Joscha Zmarzlik - Liedpoesie



„Liedpoesie“ hat Joscha Zmarzlik sein neues Album genannt. Und dieser Titel ist schon eine umfassende Beschreibung dessen, was wir von dieser Produktion zu erwarten haben: Poetische Chansons, die offensichtlich aus der Beobachtung von Alltagssituationen heraus entstanden.

So beschreibt Zmarzlik das Leben in einem Freibad ebenso wie großstädtische Erlebnisse. Er erzählt vom Treiben auf dem Place des Vosges oder dem nächtlichen lärmenden Treiben auf der Kölner Südbrücke, Orte an denen er selbst gelebt hat und die offenbar Eindrücke bei ihm hinterlassen haben. Ebenso schildert er intensive Begegnungen mit Menschen: Gisela, die ihre Tage mit Predigen auf der Straße zubringt oder seiner Zuneigung zu der Frau, die in der Bibliothek für die Ausleihe zuständig ist, was seine Ehe in eine gefährliche Situation bringt. Und so weiter. Alle Lieder sind mit einem kleinen aber sehr präsenten Ensemble eingespielt, gelungene Arrangements passen sich dem Charakter des jeweiligen Textes an.

Chansons für Streuner und Träumer nennt Smarzlik seine CD im Untertitel. Das ist nachvollziehbar, denn er beschreibt sich und andere unterwegs auf der Suche nach Etwas. Und „verträumt“ meint, dass in allen Liedern eine unbestimmte Sehnsucht mitschwimmt. Da wird nichts konkret genannt. Der Hörer muss intensiv zuhören und sich seine eigenen Gedanken dazu machen.

Das ist nicht leicht und vielleicht ist es sinnvoll, nicht die ganze Produktion am Stück zu konsumieren. Denn jedes Lied, jedes Gedicht hat seine eigene Geschichte.


Weitere Informationen: www.joschazmarzlik.de/liedpoesie/



JAN 2024  Christoph Heimer, Hagen

Andreas Albrecht - Nach Außen, Nach Innen

Andreas Albrecht ist das, was der Volksmund einen Hansdampfinallengassen nennt: Songschreiber, Multiinstrumentalist, Produzent, Toningenieur, Labelchef, Fotograf und Künstler – der Berliner (Jahrgang 1968) ist all das in Personalunion, seine Vita entsprechend vielfältig.

Sein neues Album „Nach außen, nach innen“ ist logischerweise ein Soloalbum im wahrsten Sinne des Wortes. Albrecht hat es selbst produziert, aufgenommen und 90 Prozent der Instrumente selbst eingespielt. Vor allem aber ist es ein Konzeptalbum, auf dem Albrecht zwei Welten zusammenbringt – als zwei gleichberechtigte Vorderseiten, wie er betont. Die „Außen“-Seite zeigt ihn als klugen Beobachter der sich ändernden Welt. In „Nein, Nein, Nein“ und „Keine Lust mehr“ begibt Albrecht sich in die Perspektive von Querdenkern und seziert genüsslich deren krude Weltsicht. Auch die Klimawandelleugner werden in „Mehr Meer“ mit all ihren ambivalenten Argumenten entlarvt: „Jedes Jahr 3 Millimeter mehr Meer, bis zu meinen Knien sind das 150 Jahre, da fällt Vergessen nicht schwer“ – die Hookline, die sich im Laufe des Songs übrigens bis zum Hals vorarbeitet, ist so eingängig wie genial und steht stellvertretend für Albrechts größte Stärke als Texter. Bei aller Angriffslust holt er nie den Phrasen-Holzhammer raus. Seine Kritik fällt deutlich aus, aber stets menschlich. Seine Freude an der Ironie ist unüberhörbar. Eins der Album-Highlights ist das Ende der „Außen-Seite“. In „Zwischen den Kriegen“ vereint Albrecht große Melodie (die erinnerte mich trotz völlig anderer Umsetzung anfangs übrigens an Lionel Richies „You are my destiny“) mit großem Thema, tut dies aber erneut auf seine Art und Weise. Hier werden keine Antikriegsparolen mit erhobener Faust gesungen, stattdessen nimmt Albrecht jeden einzelnen von uns mit in die Pflicht, den Allerwertesten auch mal vom Sofa zu bequemen.

Im Anschluss startet dann die „Innen“-Seite, die Albrecht den Blick ins Private wenden lässt. „Tiere an den Oberflächen“ beginnt als ironische Kindheitserinnerung vor dem Corona-Hintergrund, erweist sich im Verlauf aber als kluge Parabel auf die menschliche Vergänglichkeit. Die Balladen „Treibholzzeit“ und „Schlaflosland“ zeigen den Berliner dann als echten Poeten, der auch im Melancholie-Modus nie die Leichtigkeit verliert. In „Bittersüß“ setzt er sich mit der eigenen Vaterrolle auseinander, wie auch im versöhnlichen Album-Closer „Wird schon werden“. Einmal mehr beweist Albrecht hier sein Talent als Texter, denn so konkret er den „Zwerg“ besingt, so universell und dabei angenehm unkitschig sind seine Lebensweisheiten: „Keinen Schwur muss man nicht brechen, Hinfort mit den Versprechen, Gewissheit ist nur Lug und Trug“ – Wird schon werden, wird schon gut gehen“.

Als ich diese Zeilen zum ersten Mal hörte, saß ich im Auto auf der Rückfahrt aus der Kölner Redaktion. Albrechts Album war tags zuvor in der Post und das zum inhaltlichen Konzept passende Wendecover der beiden Seiten hatte mich neugierig gemacht. Als der letzte Akkord verklungen war, wollte ich das Album unbedingt nochmal hören. Dass beim ersten Durchgang kein Song hängen geblieben war, meine ich ausnahmsweise mal ausnahmslos positiv. Auf dieser Platte gibt es eine Menge zu entdecken und alles an ihr ist ehrlich und charmant. Albrecht ist sicher kein brillanter Sänger, macht das aber durch Charakter mehr als wett. Die Produktion mäandert zwischen Pop und Indie, mitunter fast schon krude, aber stets mit rotem Faden. Jeder Song entfaltet seine wahre Stärke garantiert nicht beim ersten Mal – so soll es sein.

Seit über einem Vierteljahrhundert arbeitet Andreas Albrecht mit Manfred Maurenbrecher als Schlagzeuger, Keyboarder und vor allem Produzent zusammen – die Frage, wieviel Maurenbrecher in Albrecht und wieviel Albrecht in Maurenbrecher nach dieser langen Zusammenarbeit steckt, drängt sich also förmlich auf. Eine Antwort kann und ich will nicht geben, aber ich bin sicher: wenn sie Maurenbrecher mögen, werden sie Andreas Albrecht lieben. Und dass das ganz bestimmt auch umgekehrt zutrifft, reicht vielleicht ja schon als Antwort.


Weitere Informationen: https://www.andreasalbrecht.com/

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